
里爾克《杜伊諾哀歌》第九首舒嘯 試譯 (2017年1月8日)
如果 生命只是為了度過存在的期限 —— 就像月桂,比其他樹木的綠色更加深暗, 每片葉子還有(猶如和風微笑的) 細小波紋鑲在邊緣 —— 那麼, 為什麼還要有人的生存 —— 並且,既逃避着命運, 又渴望着命運? ......
哦,不是因為存在幸福 —— 幸福是匆匆來臨的失落中獲得的過眼雲煙, 也不是為了好奇,或是心的磨練, 仿佛月桂也可以如是那般。
而是因為在這裡存在是如此豐富; 因為這裡的一切似乎都需要我們, 這飛逝的世界不可思議地與我們相關。 而我們,在所有事物中最為短暫。 所有一切存在一次,僅僅一次。 我們也一樣,只有一次。永不再現。 可是只要這樣存在一次,經由塵世, 哪怕只有一次, 誰就再也不能把它奪去。
於是我們激勵着自己奮力前行, 試圖把這存在成就, 在我們簡單的雙手, 在我們擁擠的目光, 在我們無言的心房, 試圖緊握它, 試圖變成它。—— 我們能把它交付給誰? 我們只想要把它永遠把握, ...... 哦,但是我們能帶着什麼 進入那另一個國度? 不是觀看的藝術, 那學習起來過於遲緩 而這裡什麼都沒有發生。 沒有任何事件。 那麼,痛苦。首先是 愛的沉重與漫長的體驗, 完全不可道的一切 可是後來在群星之間又會怎樣, 最好還是不可言狀。 當旅行者從山坡返回山谷, 他攜帶着的並不是 一抔無法對人言狀的泥土, 而是一個後天獲得的、純粹的詞語: 黃色、青色的龍膽。 或許我們之所以在這裡 就是為了說到:房屋、 橋梁、噴泉、大門、水罐、果樹、窗戶 —— 至多還有 —— 柱石、尖塔 ...... 但是,道出它們,你必須明白, 道出要比它們本身從未夢想到的 更熾熱的存在。 當沉默的大地激勵着戀人們, 它秘密的目的 難道不就是 在戀人們無盡的激情里, 每件事物都歡喜樂極? 門檻:對兩位戀人來說, 不知不覺地消磨, 他們古老的門檻 意味着什麼? 晚於眾多已經來過的 先於那些將要到來的 他們自己也會輕輕地消磨 ......
這裡是可道的時間, 這裡是它的家園。 說吧,並請做見證。體驗的事 正在前所未有地消失, 把它們擠走並取而代之的 是沒有圖像的動作。 動作藏身的蛋殼 很容易破裂, 一旦內部膨脹, 尋求新的邊界。 正如牙齒之間的舌頭, 我們的心在鐵錘之間擔承, 依舊不斷地讚頌。
向天使讚頌這個世界, 而不是那個不可言說的。 他不會對你輝煌的情感印象深刻, 在他更強大感知的宇宙, 你只是位新手。 那麼,向他展示簡單的事物 那些事物經過歷代傳承, 最終為我們所有, 就生活在我們手邊和視線之中。 向他講述眾多的事物, 他會目瞪口呆地凝佇, 就像你驚詫地站在羅馬的制繩工匠、 或是尼羅河畔陶工的身旁。 向他展示一件事物能夠多麼歡欣、 多麼天真,並歸屬於我們, 甚至悲嘆的憂愁也決定顯形現身, 作為一件事物來服務, 或者死去而成為一件事物, —— 隱逸到小提琴也無法企及的幸福。 這些事物向死而生, 知道你在把它們讚頌; 無常的它們會希求, 我們能把它們拯救, 而我們正是最為無常。 它們要我們在不可見的心間 把它們徹底改變, 其內——無窮盡地——在我們之內! 無論我們最後是誰。
大地,在我們內部不可見地升起, 這豈不正是你的希冀? 有朝一日徹底地不可見 這豈不正是你的夢幻? 哦,大地,不可見! 除了轉變,還有什麼是你的懇請? 親愛的大地,我答應。 噢,相信我,你不再需要 用春天的時光來把我打動。 一個春天,僅僅一個 對我的血液就已經太多。 從開始,我就無言地屬於你。 你永遠正確無疑, 你最神聖的理念 就是死亡,這親密的夥伴。
看,我正在活着。 有什麼憑證? 童年和未來都不再收縮 …… 無比豐盛的存在 在我心裡洶湧上升。
里爾克(Rilke)原詩: DIE NEUNTE ELEGIE
WARUM, wenn es angeht, also die Frist des Daseins hinzubringen, als Lorbeer, ein wenig dunkler als alles andere Grün, mit kleinen Wellen an jedem Blattrand (wie eines Windes Lächeln) –: warum dann Menschliches müssen – und, Schicksal vermeidend, sich sehnen nach Schicksal?. . . Oh, nicht, weil Glück ist, dieser voreilige Vorteil eines nahen Verlusts. Nicht aus Neugier, oder zur übung des Herzens, das auch im Lorbeer wäre . . . . .
Aber weil Hiersein viel ist, und weil uns scheinbar alles das Hiesige braucht, dieses Schwindende, das seltsam uns angeht. Uns, die Schwindendsten. Ein Mal jedes, nur ein Mal. Ein Mal und nichtmehr. Und wir auch ein Mal. Nie wieder. Aber dieses ein Mal gewesen zu sein, wenn auch nur ein Mal: irdisch gewesen zu sein, scheint nicht widerrufbar.
Und so drängen wir uns und wollen es leisten, wollens enthalten in unsern einfachen Händen, im überfüllteren Blick und im sprachlosen Herzen. Wollen es werden. – Wem es geben? Am liebsten alles behalten für immer . . . Ach, in den andern Bezug, wehe, was nimmt man hinüber? Nicht das Anschaun, das hier langsam erlernte, und kein hier Ereignetes. Keins. Also die Schmerzen. Also vor allem das Schwersein, also der Liebe lange Erfahrung, – also lauter Unsägliches. Aber später, unter den Sternen, was solls: die sind besser unsäglich. Bringt doch der Wanderer auch vom Hange des Bergrands nicht eine Hand voll Erde ins Tal, die Allen unsägliche, sondern ein erworbenes Wort, reines, den gelben und blaun Enzian. Sind wir vielleicht hier, um zu sagen: Haus, Brücke, Brunnen, Tor, Krug, Obstbaum, Fenster, – höchstens: Säule, Turm . . . aber zu sagen, verstehs, oh zu sagen so, wie selber die Dinge niemals innig meinten zu sein. Ist nicht die heimliche List dieser verschwiegenen Erde, wenn sie die Liebenden drängt, daß sich in ihrem Gefühl jedes und jedes entzückt? Schwelle: was ists für zwei Liebende, daß sie die eigne ältere Schwelle der Tür ein wenig verbrauchen, auch sie, nach den vielen vorher und vor den Künftigen . . . ., leicht.
Hier ist des Säglichen Zeit, hier seine Heimat. Sprich und bekenn. Mehr als je fallen die Dinge dahin, die erlebbaren, denn, was sie verdrängend ersetzt, ist ein Tun ohne Bild. Tun unter Krusten, die willig zerspringen, sobald innen das Handeln entwächst und sich anders begrenzt. Zwischen den Hämmern besteht unser Herz, wie die Zunge zwischen den Zähnen, die doch, dennoch, die preisende bleibt.
Preise dem Engel die Welt, nicht die unsägliche, ihm kannst du nicht großtun mit herrlich Erfühltem; im Weltall, wo er fühlender fühlt, bist du ein Neuling. Drum zeig ihm das Einfache, das von Geschlecht zu Geschlechtern gestaltet, als ein Unsriges lebt, neben der Hand und im Blick. Sag ihm die Dinge. Er wird staunender stehn; wie du standest bei dem Seiler in Rom, oder beim Töpfer am Nil. Zeig ihm, wie glücklich ein Ding sein kann, wie schuldlos und unser, wie selbst das klagende Leid rein zur Gestalt sich entschließt, dient als ein Ding, oder stirbt in ein Ding –, und jenseits selig der Geige entgeht. – Und diese, von Hingang lebenden Dinge verstehn, daß du sie rühmst; vergänglich, traun sie ein Rettendes uns, den Vergänglichsten, zu. Wollen, wir sollen sie ganz im unsichtbarn Herzen verwandeln in – o unendlich – in uns! Wer wir am Ende auch seien.
Erde, ist es nicht dies, was du willst: unsichtbar in uns erstehn? – Ist es dein Traum nicht, einmal unsichtbar zu sein? – Erde! unsichtbar! Was, wenn Verwandlung nicht, ist dein drängender Auftrag? Erde, du liebe, ich will. Oh glaub, es bedürfte nicht deiner Frühlinge mehr, mich dir zu gewinnen –, einer, ach, ein einziger ist schon dem Blute zu viel. Namenlos bin ich zu dir entschlossen, von weit her. Immer warst du im Recht, und dein heiliger Einfall ist der vertrauliche Tod.
Siehe, ich lebe. Woraus? Weder Kindheit noch Zukunft werden weniger . . . . . überzähliges Dasein entspringt mir im Herzen.
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