中国体系缺乏成功的成分: 德国《焦点》杂志发表瑞士记者、专栏作者弗朗克·迈尔(Frank André Meyer)的客座评论,题为“西方不会失败,因为中国有一点赶不上”。 Gastbeitrag von Frank A. MeyerDer Westen scheitert nicht, denn China kann in einem Punkt nicht aufholen https://www.focus.de/politik/experten/gastbeitrag-von-frank-a-meyer-der-westen-scheitert-nicht-denn-china-kann-in-einem-punkt-nicht-aufholen_id_12387376.html 瑞士记者弗朗克·迈尔(Frank André
Meyer)在客座评论中写道:"西方会败给中国模式--一个共产主义和资本主义的混合物,粗略来讲也叫后现代法西斯主义?如果这样,那么西方就是败给了自己。人类历史上第一个数字化独裁建立在西方两项成果基础上:马克思主义,即黑格尔辩证法中救赎史的一种延伸,以及为这种颓废的共产主义思想服务的资本主义。 "这真是历史的讽刺!真的存在自由在同不自由的竞争中败下阵来的危险吗?大约60年前,当苏联1957年发射第一颗人造地球卫星斯普特尼克1号,1961年甚至第一个将人类送入太空时,美国和欧洲也有类似的担心。共产主义世界强国超越了自由的世界强国美国!人们的震惊是巨大的。约翰·肯尼迪警告说,'一旦苏联控制了太空,也就控制了地球。'1989年,莫斯科作为独裁中的独裁,在各个方面破产。可以将此和中国比较吗?完全可以。应该从历史中学习。和曾经的沙皇帝国一样,中国在很短时间里走了很长的路:从每个村庄高炉炼钢的毛时代发展成为拥有最现代化的工业大都会的西方工厂。" 评论认为,中国的成功建立在5个K的基础上:共产主义( Kommunismus),资本主义 ( Kapitalismus) ,窃取(Klauen)、复制(Kopieren)和购买的(Kaufen)。"但是,中国的体系缺乏成功的最原始成分:公民的自由。没错,是有成千上万人在西方最好的大学学习;没错,这些最优秀的人才对中国的大学和企业产生很大影响;没错,电讯设备企业华为在数字化领域世界一流,但是,即便是华为,也需要西方的科学技术。" 作者总结道:"如果谁残酷压迫自己的人民,比如维族,如果谁害怕香港渴望自由的青年,如果谁在城市和乡村装上6亿多监控摄像,以便完全地控制公民,如果谁用智能手机记录公民的一举一动,对其日常行为进行评估、奖励或者惩罚,那么他决不会达到自由公民社会的创造性。仅仅解放资本主义是不够的,何况中国的资本主义还是虚拟的。习近平打个响指,华为就得俯首贴耳。" Scheitert der Westen? Seit Jahren wird diese Frage mit bangem
Unterton gestellt, bisweilen auch frohlockend, weil die Antwort
schließlich nur 'Ja' lauten könne. Auch eine naseweise Vollzugsmeldung ist gelegentlich zu lesen: "Der
Westen ist nicht in Gefahr zu scheitern – er ist bereits gescheitert."
Der chinesische Regimekritiker und Künstler Ai Weiwei verglich in einem
Interview mit der "NZZ am Sonntag" das chinesische Brettspiel Go mit dem
westlichen Brettspiel Schach und kam zum Schluss: "Der Westen kann das
Spiel nicht gewinnen." Aber was hieße das, wenn der Westen scheitert? Es hieße: Die Freiheit
scheitert. Gibt es Freiheit außerhalb des Westens? Nein! Denn wo immer
politische Freiheit in Form von Demokratie und Rechtsstaat herrscht,
stützt sich die Gesellschaftsordnung auf Werte des Westens. Ob in Asien
oder in Afrika: Ist das Ergebnis demokratisch, war die Blaupause
westlich. Der 250. Geburtstag von Georg Wilhelm Friedrich Hegel gibt in diesen
Tagen Anlass, seiner Freiheitsdialektik zu gedenken. Der große
schwäbische Philosoph hat den dialektischen Dreisprung in die Welt
gesetzt: These–Antithese–Synthese, die Zauberformel westlichen Denkens.
Sie bestimmt die Kreativität der Freiheit, indem sie Denkprozesse nie
abschließt, sondern grundsätzlich offenhält, sie beständig erweitert und
ausweitet – wird doch jede Synthese erneut zur These, der eine
Antithese folgt, die zur nächsten Synthese führt. Karl Popper, Freiheitsphilosoph des 20. Jahrhunderts, destillierte
daraus die politische Formel von Versuch und Irrtum. Ja, so funktioniert
geistige Freiheit: Weiterdenken, Gegendenken, Umdenken, Neudenken. Den
Rahmen dafür liefert die Demokratie: die Werkstatt des politischen
Handwerks – geschützt durch den Rechtsstaat. In diesem System weht die
Freiheit, wo sie will. Sie ist die Freiheit des Einzelnen: die Freiheit
des Menschen – und damit unteilbar. Sie kann nicht ohne negative Folgen für den Fortschritt der
Gesellschaft beschränkt werden auf einzelne Bereiche, zum Beispiel auf
die Wirtschaft. Chinas Digital-Diktatur gründet sich auf Hervorbringungen des Westens Genau dies jedoch versucht China mit seinem Konstrukt aus
kommunistischer Parteiherrschaft und freier Wirtschaft, wobei das letzte
Wort auch ökonomisch immer von der Partei gesprochen wird. Scheitert
der Westen am chinesischen Modell, dessen Mélange aus Kommunismus und
Kapitalismus man – grob betrachtet – auch als postmodernen Faschismus
bezeichnen könnte? Wäre dem so, er würde an sich selber scheitern, gründet doch die
erste Digital-Diktatur der Menschheitsgeschichte auf zwei
Hervorbringungen des Westens: dem Marxismus, also einer
heilsgeschichtlichen Überdehnung der hegelschen Dialektik, und dem
Kapitalismus im Dienste dieser kommunistischen Denk-Dekadenz. Ein Treppenwitz der Geschichte! Besteht denn ernsthaft Gefahr, dass
die Freiheit in Konkurrenz mit der Unfreiheit unterliegen könnte? Eine
sehr ähnlich gelagerte Angst erfasste Amerika und Europa schon vor rund
sechzig Jahren: 1957, als die Sowjetunion mit Sputnik 1 den ersten
künstlichen Satelliten in eine Erdumlaufbahn schoss und 1961 sogar den
ersten Menschen ins All beförderte. Die kommunistische Weltmacht – der freiheitlichen Weltmacht USA
überlegen! Der Schock war gewaltig. John F. Kennedy warnte: "Falls die
Sowjets das Weltall kontrollieren, können sie die Erde kontrollieren." 1989 deponierte die Moskauer Diktatur der Diktaturen die Bilanz:
Bankrott in jeder Beziehung. Ist dieser Vergleich mit China erlaubt?
Ganz und gar. Lernen aus der Geschichte ist geboten. Ähnlich wie das
einstige Zarenreich legte das Reich der Mitte einen gewaltigen Weg in
beeindruckend kurzer Zeit zurück: vom Mao-Staat mit Hochöfen in jedem
Dorf zur Werkstatt des Westens mit modernsten Industriemetropolen. China sprang von null auf 1,20. Das ist imposant. Der Westen springt
von 2,40 auf 2,45 Meter. Das ist weniger imposant. Das wissen die
Gewaltherrscher in Peking. Darum gründen sie ihr Erfolgsrezept auf fünf
K: Kommunismus, Kapitalismus, Klauen, Kopieren, Kaufen. Und der Westen
dient ihnen mit seiner Freihandelsnaivität zu. China wird nie Kreativität einer Gesellschaft von freien Bürgern erreichen Allerdings fehlt dem chinesischen System die Ursubstanz des Erfolges:
die Freiheit des Bürgers. Wohl wahr, dass Tausende seiner Köpfe sich an
den besten westlichen Universitäten ausbilden lassen. Wohl wahr, dass
diese besten Köpfe an den Universitäten und in den Unternehmen Chinas
fleißig wirken. Wohl wahr, dass der Telekomausrüster Huawei digitale
Weltklasse ist. Wohl wahr ist aber ebenso, dass auch Huawei der
westlichen Wissenswelt bedurfte – und bedarf. Wer eigene Völker wie die Uiguren brutal unterdrückt, wer die
freiheitsdurstige Jugend von Hongkong fürchtet, wer seine Städte und
Dörfer mit mehr als 600 Millionen Überwachungskameras bestückt, um die
Bürger total zu kontrollieren, wer Verhalten und Bewegungen seiner
Bürger per Smartphone registriert, um ihr Alltagsverhalten zu bewerten,
zu belohnen oder zu bestrafen – der wird nie die Kreativität einer
Gesellschaft freier Bürgerinnen und Bürger erreichen. Allein den Kapitalismus zu befreien, genügt nicht, zumal auch die
Freiheit des Kapitalismus in China fiktiv ist. Ein Fingerschnippen von
Xi Jinping – und Huawei kuscht. Georg Wilhelm Friedrich Hegel
formulierte die Weisheit des Westens so: "Die Weltgeschichte ist der
Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit." Go West!
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